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08. März 2026

Zusammenarbeit im Bananensektor: Panel Event an der Fruit Logistica 2026

Im Rahmen der Fruit Logistica veranstaltete die SASI eine Paneldiskussion zum Thema „Zusammenarbeit für existenzsichernde Löhne im Bananensektor“. Im Mittelpunkt standen die Erfolge des Projekts der Arbeitsgruppe des deutschen Einzelhandels zu existenzsichernden Löhnen im Bananensektor. Besonders hervorgehoben wurden die Zusammenarbeit zwischen den Einzelhändlern, die in dieser Form erstmals im Rahmen des Projekts zustande kam, sowie das große Vertrauen, das durch das Projekt zwischen den Partnern entlang der Lieferkette gewachsen ist.

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Wie Annika Wandscher, Referentin im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), in ihrer Keynote betonte, sind öffentlich-private Kooperationen, branchenweite Lösungen und ein kooperatives Sektor Umfeld zentrale Voraussetzungen für nachhaltige Veränderungen. In diesem Zusammenhang hat die von der GIZ koordinierte Arbeitsgruppe des deutschen Einzelhandels zu existenzsichernden Löhnen im Bananensektor – bestehend aus ALDI Süd, ALDI Nord, Kaufland und der REWE Group – nicht nur die deutschen Einzelhändler selbst zusammengebracht, sondern auch Partner entlang der Lieferkette, insbesondere aus den Projektländern Kolumbien und Costa Rica. 

Im Rahmen der Veranstaltung gab die Arbeitsgruppe erstmals quantitative Ergebnisse ihres Living Wage Programme 2025 bekannt. Das Ziel von 50 % „Living wage bananas“ im Jahr 2025 wurde erreicht. Das bedeutet, dass die beteiligten Einzelhändler jeweils für 50 % ihres Bananenvolumens Lohndaten erhoben und – proportional zu den bezogenen Mengen – Preisaufschläge (voluntary contributions) an Betriebe mit bestehenden Lohnlücken gezahlt haben. Insgesamt hat die Gruppe dafür mit mehr als 400 Farmen mit über 42.000 Beschäftigten in ganz Lateinamerika zusammengearbeitet. Insgesamt zahlt die Arbeitsgruppe für 2025 rund 416.000 US-Dollar an Preisaufschlägen. 

Außerdem konnte die Gruppe Fortschritte bei den Einkaufspraktiken im Allgemeinen vorweisen: Sie hob die Zusammenarbeit mit der Ethical Trading Initiative sowie die Verantwortung der Einzelhändler hervor. In diesem Arbeitsstrang bewerten derzeit die Lieferkettenpartner anonym die aktuellen Einkaufspraktiken der Einzelhändler, und anhand der Ergebnisse werden die Einzelhändler untereinander verglichen. Die Ergebnisse werden zudem dazu genutzt werden, allgemeine Leitlinien für Einkaufspraktiken sowie individuelle Aktionspläne für Einzelhändler zu erstellen. 

Darüber hinaus betonten die Einzelhändler die Bedeutung des sozialen Dialogs sowie starker nationaler Institutionen und Mechanismen, um langfristig menschenwürdige Arbeitsbedingungen, einschließlich existenzsichernder Löhne, zu fördern und zu gewährleisten. Die Arbeitsgruppe arbeitet daher mit der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) und nationalen Arbeitsministerien zusammen. 

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In der Podiumsdiskussion, die auf die Präsentation des Einzelhändlers folgte, wurden in ähnlicher Weise die Erfolge des Projekts angesprochen. An der Podiumsdiskussion nahmen Vertreter verschiedener Ebenen der Bananenlieferkette sowie weitere relevante Interessengruppen teil: Die Podiumsteilnehmer Carolina Jaramillo Ferrer (Uniban), Xavier Roussel (Dole), Omar Sanchez (CORBANA), Adela Torres Valoy (Sintrainagro), Alistair Smith (Banana Link) und Felix Strauss (ALDI SÜD) reflektierten über fünf Jahre Zusammenarbeit: Sie diskutierten wichtige Erfolge, Veränderungen während der Projektlaufzeit, vergangene, aktuelle und zukünftige Herausforderungen sowie die Frage, wie die Bemühungen um existenzsichernde Löhne im Bananensektor über das Projekt, das im Sommer 2027 endet, hinaus aufrechterhalten und ausgeweitet werden können.  
Die Podiumsteilnehmer hoben das hohe Maß an Zusammenarbeit, Vertrauen und offener Diskussion hervor, das durch das Projekt erreicht wurde, wobei Carolina Jaramillo Ferrer anmerkte: „Dieses Projekt hat gezeigt, dass Utopie Realität werden kann.“ Die Podiumsteilnehmer waren sich zudem einig, dass es zur Aufrechterhaltung und Ausweitung existenzsichernder Löhne notwendig ist, mit den Erzeugerländern und der Internationalen Arbeitsorganisation zusammenzuarbeiten, um den sozialen Dialog zu stärken und strukturelle Veränderungen zu unterstützen.