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27. November 2025

Konferenz in Peru: „Über den Preis hinaus: Strategien für ein nachhaltiges Einkommen für Produzenten“

Die Konferenz „Über den Preis hinaus: Strategien für ein nachhaltiges Einkommen für Produzenten“ fand am 27. November in Lima statt und wurde von der Deutschen Entwicklungszusammenarbeit, der NGO Rikolto und dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) organisiert. Die Veranstaltung markierte den Auftakt der Aktivitäten des Kaffee-Symposiums im Rahmen der Expocafé 2025 in Peru, der größten nationalen Fachmesse des Sektors.

Kaffee ist Teil des täglichen Lebens von Millionen von Menschen weltweit. Gleichzeitig ist er einer der wichtigsten Wirtschaftsmotoren Perus und die Hauptlebensgrundlage für Tausende von Familien in ländlichen Gebieten. Peruanischer Kaffee genießt international hohes Ansehen, und im Jahr 2024 überstiegen die Exporte einen Wert von 1,1 Milliarden US-Dollar. Dennoch stehen die Produzierenden vor zahlreichen Herausforderungen, die sie daran hindern, ein existenzsicherndes Einkommen zu erzielen. Dazu zählen eine geringe Produktivität, die zunehmenden Auswirkungen des Klimawandels, neue regulatorische Anforderungen, starke Preisschwankungen sowie eine schwache institutionelle Struktur innerhalb des peruanischen Kaffeesektors. 

Vor diesem Hintergrund fand am 27. November in Lima die Konferenz „Über den Preis hinaus: Strategien für ein nachhaltiges Einkommen für Produzierende“ statt, organisiert von der Deutschen Entwicklungszusammenarbeit, der NGO Rikolto und dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP). Die Veranstaltung markierte den Start der Aktivitäten des Kaffee-Symposiums im Rahmen der Expocafé 2025, der größten nationalen Fachmesse des Sektors. 

Die Konferenz bot eine Plattform, um die Bedeutung einer stärkeren sektoralen Koordination zur Überwindung struktureller Barrieren und zur Förderung nachhaltiger Einkommen zu diskutieren. In der Eröffnungsrede bekräftigte Nicole Maldonado, WZ-Referentin an der Deutschen Botschaft, das Engagement für eine faire, transparente und entwaldungsfreie Wertschöpfungskette. Zudem hob sie die entscheidende Rolle des Privatsektors in einem globalen Kontext hervor, der von schnellem Wandel und begrenzten öffentlichen Ressourcen geprägt ist. 

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Das Podium vereinte komplementäre Perspektiven zu Wegen hin zu nachhaltigen Einkommen. Ricardo Paredes (UNIDO) plädierte für eine Neubewertung der Rolle von Zertifizierungen. Er erkannte deren Beitrag zur Verbesserung von Arbeits- und Umweltbedingungen an, warnte jedoch davor, dass viele ihre transformative Wirkung verloren hätten und zu bloßen Checklisten zur Einhaltung von Vorschriften geworden seien. Aus Sicht der Produzierenden betonte Pedro Rodríguez (Kooperative ACPC Pichanaki) die Notwendigkeit, Produzentenorganisationen zu professionalisieren und in die Wiederherstellung der Böden zu investieren. Er wies darauf hin, dass gut organisierte Produzierende zunehmend nachhaltige Produktionsmodelle anwenden und dabei Erträge erzielen, die fast doppelt so hoch sind wie der nationale Durchschnitt. Björn Willms (GIZ), Vertreter der Arbeitsgruppe des deutschen Einzelhandels zu existenzsichernden Einkommen im Kaffeesektor, unterstrich die Bedeutung eines Ansatzes geteilter Verantwortung, der klare Rahmenbedingungen für die Erreichung existenzsichernder Einkommen schafft und durch verantwortungsvolle Einkaufspraxen sowie transparente Rückverfolgbarkeitssysteme unterstützt wird. Moderiert wurde die Podiumsdiskussion von Mariela Wismann (Rikolto), die die Bedeutung von Dialogräumen hervorhob, welche Koordination ermöglichen, Vertrauen aufbauen und wirksame Lösungen für die komplexen Herausforderungen des Sektors hervorbringen. 

Der Dialog markierte den Beginn eines strukturierten Dialogprogramms für die Jahre 2026 und 2027, das darauf abzielt, den Konsens weiter auszubauen und strategische Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensbedingungen von Kaffeebäuerinnen und -bauern im ganzen Land zu entwickeln. 

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Vertreterinnen und Vertreter der deutschen Botschaft, belgischen Botschaft, UNDP, Rikolto, UNIDO, ACPC Pichanaki, Peruvian Coffee and Cocoa Chamber und der GIZ