24. April 2026

Zentraler Meilenstein: Arbeitsministerium in Costa Rica unterschreibt Absichtserklärung

Im Rahmen der Arbeitsgruppe des deutschen Einzelhandels zu existenzsichernden Löhnen wurde ein weiterer wichtiger Schritt zur Verbesserung der Lohnbedingungen in globalen Agrarlieferketten unternommen. Das Ministerium für Arbeit und soziale Sicherheit Costa Ricas (MTSS) und die GIZ unterzeichneten im März eine Absichtserklärung, um gemeinsam an der Verbesserung von Löhnen zu arbeiten.

Der Moment, in dem der costaricanische Arbeitsminister Andrés Romero und Claus Kruse von der GIZ das so genannte Memorandum of Understanding (MoU) unterzeichneten, markierte einen wichtigen Meilenstein für die Arbeitsgruppe des deutschen Einzelhandels und darüber hinaus. „Wir feiern eine Vereinbarung und eine gestärkte Allianz, die auf Zusammenarbeit und Vertrauen basiert und ein innovatives Projekt vorantreibt – mit Fokus auf koordinierte Maßnahmen, geteilter Verantwortung und der Einbindung aller relevanten Akteure“, fasste Claus Kruse, Projektdirektor und amtierender Landesdirektor der GIZ in Costa Rica, die Unterzeichnung der Absichtserklärung mit dem Arbeitsministerium Costa Ricas zusammen. 

Die Vereinbarung bekräftigt das gemeinsame Engagement, menschenwürdige Arbeit zu fördern, die Einhaltung von Arbeitsrechten zu stärken und faire Vergütungspraktiken im Agrarsektor Costa Ricas voranzubringen. Ziel der Zusammenarbeit ist es, institutionelle Kapazitäten auszubauen, Datensysteme zu verbessern und das Bewusstsein für Arbeitsrechte sowie faire Löhne sowohl bei Beschäftigten als auch bei Arbeitgebern zu stärken. 

Die beiden Organisationen definierten in diesem Zusammenhang vier Kernarbeitsfelder, die für die weitere Etablierung von existenzsichernden Löhnen in dem zentralamerikanischen Land von großer Bedeutung sind: 

  • Schulung von staatlichen Inspekteuren, um die Einhaltung arbeits- und sozialversicherungsrechtlicher Vorgaben besser zu überwachen und durchzusetzen.
  • Weiterentwicklung des nationalen Monitoringsystems, um die Zahlung von Mindestlöhnen und mittelfristig existenzsichernden Löhnen garantieren zu können.
  • Umsetzung von Sensibilisierungskampagnen zu Mindestlöhnen, menschenwürdiger Arbeit und Arbeitsrechten, damit Arbeiterinnen und Arbeiter ihre Rechte kennen und diese einfordern können.
  • Verbesserung des öffentlichen Zugangs zu lohnrelevanten Informationen durch digitale Anwendungen und die Website des MTSS.
  • Förderung des Austauschs von Erfahrungen und Best Practices zwischen Arbeitsministerien in Lateinamerika.  

     

Zur gemeinsamen Förderung existenzsichernder Löhne und zur Stärkung der Zusammenarbeit werden diese Maßnahmen in Kooperation mit der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) umgesetzt. Das MoU sieht zudem eine regelmäßige Abstimmung zwischen den zuständigen Ansprechpersonen aller beteiligten Institutionen vor, um eine effektive Umsetzung und Nachverfolgung der gemeinsamen Aktivitäten sicherzustellen. Diese neue Partnerschaft ebnet den Weg für eine langfristige Zusammenarbeit zwischen der Arbeitsgruppe des deutschen Einzelhandels, der GIZ und dem Arbeitsministerium Costa Ricas. Sie stärkt eine gemeinsame Vision für faire, transparente und nachhaltige Arbeitspraktiken im Bananensektor – und setzt zugleich ein wichtiges Signal für die gesamte Region.