Von der Ernte zum Gewinn – Intelligente Lagerlösungen für bessere Märkte in Ghana
Da Nachernteverluste in Ghana bis zu 40 % der Ernte ausmachen können, leisten innovative Lager- und Vermarktungslösungen einen messbaren Beitrag zur Verbesserung der Ernährungssicherheit und zur Stärkung der Lebensgrundlagen im ländlichen Raum. Im Rahmen einer Entwicklungspartnerschaft mit Saving Grains 301 GmbH im Fonds zur Förderung von Innovationen in der Agrarwirtschaft (i4Ag) konnten bereits mehr als 16.000 Kleinbäuerinnen und Kleinbauern ihr Nachernte-Management verbessern, Verluste reduzieren und neue Marktchancen erschließen. Die Einweihung eines neuen Gemeinschaftslagers in Shebo im Norden Ghanas markiert einen weiteren wichtigen Meilenstein auf diesem Weg.

Der Fonds zur Förderung von Innovationen in der Agrarwirtschaft (i4Ag) hat gemeinsam mit Saving Grains 301 GmbH und lokalen landwirtschaftlichen Gemeinden mit der Einweihung eines neuen Gemeinschaftslagers in Shebo im Norden Ghanas einen wichtigen Meilenstein erreicht. Das Lager ermöglicht eine sichere Getreidelagerung, verbessert Aggregation und Qualitätsmanagement und schafft neue Marktchancen, indem es Landwirt*innen, Händler sowie Käufer miteinander vernetzt.
In den vergangenen zwei Jahren hat das Projekt eine der größten Herausforderungen des ghanaischen Getreidesektors adressiert: Nachernteverluste von bis zu 40 % der Ernte. Dafür wurde ein integriertes Innovationspaket eingeführt, das unter anderem hermetische Lagersäcke, digitale Systeme zur Qualitätsüberwachung und Rückverfolgbarkeit, verbesserte Lagerinfrastruktur, biomassebasierte Getreidetrocknungstechnologien sowie inklusive Geschäftsmodelle umfasst. Diese Maßnahmen stärken sowohl die Ernährungssicherheit als auch die Einkommen der Kleinbäuerinnen und Kleinbauern.
Die Ergebnisse zeigen die Wirksamkeit dieses integrierten Ansatzes: Mehr als 16.000 Kleinbäuerinnen und Kleinbauern, darunter über 8.000 Frauen, wurden in verbesserten Verfahren des Nachernte-Managements geschult. Rund 90 % übernahmen mindestens eine der eingeführten Innovationen, während 80 % von geringeren Nachernteverlusten berichteten. Darüber hinaus unterstützte das Projekt die Gründung von 27 landwirtschaftlichen Gruppen, von denen viele von Frauen und jungen Menschen geleitet werden. Dadurch wurden gemeinschaftliche Vermarktung, Wissensaustausch und der Zugang zu Finanzdienstleistungen gestärkt.
In enger Zusammenarbeit mit Saving Grains 301 GmbH konnte i4Ag zudem das Potenzial marktorientierter Lösungen für das Nachernte-Management nachweisen. Mehr als 18.000 Produzent*innen registrierten sich auf der Saving-Grains-Plattform, über 1.000 Tonnen Getreide wurden innerhalb der vergangenen zwölf Monate gehandelt und mehr als 6.000 hermetische Lagersäcke auf dem ghanaischen Markt eingeführt. Innerhalb des Geschäftsmodells von Saving Grains konnten die Nachernteverluste um 17,5 % reduziert werden.


Die Abschlusswoche des Projekts brachte Vertreter*innen aus Regierung, Wissenschaft, Privatwirtschaft, Entwicklungszusammenarbeit und landwirtschaftlichen Gemeinschaften zusammen, um zwei Jahre erfolgreicher Zusammenarbeit zu würdigen und über Möglichkeiten zur nachhaltigen Sicherung und Skalierung der Projektergebnisse zu diskutieren. Den Auftakt bildete die Einweihung des Gemeinschaftslagers in Shebo, gefolgt von der Abschlussveranstaltung in Accra, einem Stakeholder-Workshop, bei dem wichtige Erfolge reflektiert, Lernerfahrungen ausgetauscht und Prioritäten für die Ausweitung erfolgreicher Innovationen über die Projektlaufzeit hinaus erarbeitet wurden.
Dieses Projekt ist Teil der Sustainable Agricultural Supply Chains Initiative (SASI). Die SASI fördert grüne, faire und inklusive Agrarlieferketten. Gemeinsam mit Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft setzt sie Nachhaltigkeitshemen auf die Agenda und gestaltet den politischen Diskurs. Die Initiative wird von der GIZ im Auftrag des BMZ durchgeführt.
