Vom Feld bis zum Hafen: Eine EU Delegation erlebt in Ghana, wie nachhaltige Kakaolieferketten Realität werden
Der ghanaische Kakaosektor zeigt, dass Nachhaltigkeit und Transparenz den Schritt von politischen Diskussionen in die praktische Umsetzung schaffen können. Dies war die zentrale Erkenntnis, als Catarina Vieira, Mitglied des Europäischen Parlaments, den Weg des Kakaos von der Farm bis zum Hafen mithilfe des wegweisenden digitalen Kakao-Rückverfolgbarkeitssystems Ghanas (GCTS) nachverfolgte.
Die Europäische Union und das deutsche Bundesministerium für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (BMZ) haben das Ghana Cocoa Board über die GIZ unterstützt. So stellt das Cocoa Board sicher, dass der aus Ghana exportierte Kakao rückverfolgbar, entwaldungsfrei und konform mit der Entwaldungsverordnung der Europäischen Union (EUDR) ist. Die Delegation wurde von Vertretern des Ghana Cocoa Boards, der Delegationen der Europäischen Union in Ghana, der GIZ Ghana und des European Forest Institute begleitet. Während ihres Besuchs konnte die Abgeordnete Catarina Vieira aus erster Hand erleben, wie Technologie und internationale Zusammenarbeit eine der wichtigsten landwirtschaftlichen Lieferketten der Welt verändert.
Die Tour vom Feld zum Hafen begann in Kakaoanbaugemeinden in Suhum in der Eastern Region, wo Landwirt*innen der Delegation zeigten, wie Farmen digital kartiert und geolokalisiert werden. Dieses Verfahren stellt sicher, dass der Kakao aus entwaldungsfreien Gebieten stammt und bietet eine transparente Aufzeichnung der Produktionsherkunft. Anschließend verfolgte die Delegation die Bohnen weiter in die Einkaufsphase, in der die Transaktionen digital aufgezeichnet werden und Qualitätskontrollen obligatorisch sind, bevor der Kakao verschifft wird. In der Lagerhalle des Ghana Cocoa Board im Hafen von Tema sah die Delegation, wie die Exportdokumente digital mit den Daten der Farmen verknüpft werden, so dass ein lückenloser Nachweis entsteht, der die Einhaltung der internationalen Nachhaltigkeitsstandards unterstützt.
Gemeinsam gegen Entwaldung vorgehen
Catarina Vieira äußerte sich optimistisch über das Erlebte vor Ort. "Ich war sehr erfreut zu sehen, wie die verschiedenen Interessengruppen zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass dieses System eingerichtet wird. Zu Hause in Brüssel werde ich die Botschaft verbreiten, dass die Umsetzung entwaldungsfreier Lieferketten machbar ist. Wenn die Menschen es ernst meinen, dann entsteht die Energie, die nötig ist, um Entwaldung zu bekämpfen.“ Ihre Äußerungen spiegeln eine wachsende Zuversicht innerhalb der europäischen Institutionen wieder, dass Erzeugerländer mit der richtigen Mischung aus politischem Willen, digitaler Innovation und starken Partnerschaften die strengen Umwelt- und Rückverfolgbarkeitsanforderungen erfüllen können. Dr. Dirk Aßmann, Landesdirektor der GIZ in Ghana, betonte die globale Bedeutung des Systems. "Es war äußerst interessant, die gesamte Wertschöpfungskette von der Farm bis zum Hafen zu verfolgen und zu sehen, wie das Rückverfolgbarkeitssystem funktioniert. Es ist eines der besten Systeme der Welt, und ich bin wirklich beeindruckt, wie nahtlos die verschiedenen digitalen Anwendungen zusammenpassen." Der Besuch unterstrich die Stärke der Zusammenarbeit zwischen dem Ghana Cocoa Board, Entwicklungspartnern, Akteuren des Privatsektors und Landwirten. Gemeinsam bauen sie ein System auf, das nicht nur die gesetzlichen Anforderungen erfüllt, sondern auch eine verantwortungsvolle Landnutzung fördert, die Wälder schützt und das Vertrauen in Ghanas Kakao auf dem internationalen Markt stärkt.
Da der weltweite Druck in Bezug auf nachhaltige Lieferketten zunimmt, wird der Ansatz Ghanas zum Vorbild für andere Erzeugerländer. Durch den Einsatz digitaler Tools und starker Partnerschaften zeigt das Land, dass Rückverfolgbarkeit mit der Einbeziehung der Landwirte und dem Umweltschutz Hand in Hand gehen kann. Bei Ghanas Kakaogeschichte geht es nicht mehr nur um Produktionsmengen, sondern um eine Führungsrolle in Nachhaltigkeit. Ghana exportiert mehr als nur Kakao. Es exportiert Glaubwürdigkeit, Verantwortlichkeit und eine Blaupause für die Zukunft des nachhaltigen Handels.
Über das Sustainable Cocoa Program
Das Sustainable Cocoa Program ist eine gemeinsame Initiative der Europäischen Union und des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), die von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH, dem FAO Investment Center, dem European Forest Institute und dem Joint Research Center der Europäischen Kommission gemeinsam umgesetzt wird.




