19. Januar 2026

Spice Hubs als Unterstützung auf allen Ebenen im indonesischen Pfefferanbau

Das Projekt „aGROWforests“ gestaltet in Indonesien gemeinsam mit den Projektteilnehmer:innen den Pfefferanbau neu. Dafür haben sie sogenannte „Spice Hubs“ aufgebaut, um die Farmer:innen zu unterstützen.

Die Welt liebt Pfeffer. Aber der aufwendige, kostenintensive Anbau, schlechte Marktpreise und die Folgen des Klimawandels machen es Bäuerinnen und Bauern immer schwerer, Pfefferlandwirtschaft fortzuführen. Das betrifft auch Indonesien als drittgrößtestes Herstellungsland des beliebten Gewürzes. Diese Probleme packen Verstegen Spices & Sauces, PT KGF, PT CAN und die niederländische NGO Fairfood seit 2022 an und setzen sich in Bangka Belitung und Lampung (Indonesien) für eine klimaresiliente Landwirtschaft ein.

Agroforstwirtschaft und klimaintelligente Landwirtschaft sind die Stichworte, mit denen die Projektbeteiligten arbeiten. Kurz gesagt beschreibt Agroforstwirtschaft eine Methode, bei der man verschiedene Nutzpflanzen und Bodennutzungsarten kombiniert, um die Artenvielfalt und die Fruchtbarkeit der Böden zu erhalten. Genau das wird in den inzwischen zehn sogenannten „Spice Hubs” vermittelt. Das sind Orte, in denen Wissen zu klimaresilientem Pfefferanbau an lokale Farmer:innen weitergegeben wird. Die Hubs begleiten den landwirtschaftlichen Wandel nicht nur mit intensiven Trainings, sondern auch mit ganz konkreter Hilfe: Sie unterstützen die Bäuerinnen und Bauern, ihre Ernten erfolgreich auf den Markt zu bringen.

Vorangetrieben wird das Projekt insbesondere von „Change Makers“, die Projektmanagerin Mery Ana Farida von aGROWforests in etwa so beschreibt: „Sie bauen Vertrauen auf. Sie überwinden die Zurückhaltung der Bäuerinnen und Bauern durch praktische Anleitungen, dauerhafte Unterstützung und Trainings, in denen die Methoden direkt gezeigt werden. Oder durch den „farmer field school“-Ansatz bei den Bäuerinnen und Bauern vor Ort oder in den Spice Hubs“.

Ziel ist aber vor allem auch, dass die Beteiligten sich gegenseitig unterstützen. Den Ansatz nennt Mery Ana Farida „farmer-to-farmer learning”. Dieses Konzept scheint aufzugehen. So haben die Bäuerinnen und Bauern der Spice Hub Centre Namang und Pak Soleh ihren Kolleg:innen aus Jelutung zum Beispiel eine neue Technik für das Setzen von Pfeffersetzlingen gezeigt, die mehr Erträge verspricht.

Erste Erfolge haben sich sehr bald eingestellt. Auf den Äckern des Ehepaars Ibu Rohelmi und Bapak Rudas hat sich die Bodenqualität in nicht einmal einem Jahr verbessert, seit sie auf Anraten des Projekts von der früheren Pfeffer-Monokultur darauf umgestiegen sind, auch andere Pflanzen zwischen dem Pfeffer anzubauen. Dadurch wächst der Pfeffer nicht nur kräftiger als früher. Am Verkauf der anderen Pflanzen verdient das Ehepaar inzwischen zusätzlich. „Früher haben wir nur Pfefferpflanzen gesehen“, erzählt Ibu Rohelmi. „Jetzt fühlt sich das Land lebendig an; voller Bäume, Frische und Grün.“

Mery Ana Farida hat noch große Pläne für die Spice Hubs: „Die Hoffnung ist, dass die Spice Hubs selbsttragende soziale Unternehmen werden, in denen Bäuerinnen und Bauern Zugang zu den wichtigsten landwirtschaftlichen Betriebsmitteln bekommen. Von Setzlingen mit hoher Qualität bis zu verschiedensten organischen Inputs. Aber auch nicht landwirtschaftliche Unterstützung und finanzielle Zugänge, um die Einkommen ihrer Haushalte zu erhöhen“. Sie wünscht sich außerdem für die nächste Projektphase, dass auch hochpreisige Produkte wie Kaffe und Patschuli in das Projekt mit aufgenommen werden – sodass die Bäuerinnen und Bauern ihr Einkommen noch breiter aufstellen können.

aGROWforest wird im Rahmen der „Initiative For Climate Smart Supply Chains“ vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung gefördert und von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) unterstützt.