02. Juli 2026

Rote Karte gegen Kinderarbeit im ghanaischen Kakaosektor

Mehr als 480 Schülerinnen und Schüler, Kakaobäuerinnen und -bauern sowie Vertreterinnen und Vertreter des Kakaosektors setzten am Welttag gegen Kinderarbeit ein Zeichen für den Schutz von Kindern und eine nachhaltige Kakaoproduktion.

Jedes Kind hat das Recht auf eine sichere Kindheit, Bildung und die Chance auf eine selbstbestimmte Zukunft. Kinder zu schützen, ist zugleich eine Voraussetzung für einen nachhaltigen Kakaosektor. Unter dem Motto „Rote Karte gegen Kinderarbeit – Fair Play für Kinder, menschenwürdige Arbeit für Erwachsene“ kamen anlässlich des Welttags gegen Kinderarbeit am 19. Juni 2026 mehr als 480 Teilnehmende in Assin Akonfudi im Distrikt Assin South zusammen. Organisiert wurde die Veranstaltung von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH im Rahmen des Sustainable Cocoa Programme (SCP) gemeinsam mit dem Ghana Cocoa Board (COCOBOD). 

Vor Ort bekräftigten Vertreterinnen und Vertreter des Ghana Education Service, der Sozialbehörden, der Distriktverwaltung, von Bauernkooperativen, Kakaoankaufsunternehmen und traditionellen Autoritäten ihre gemeinsame Verantwortung, Kinder besser zu schützen und Kinderarbeit in den Kakaoanbaugebieten konsequent zu bekämpfen. 

Die Prävention von Kinderarbeit ist inzwischen fester Bestandteil der landwirtschaftlichen Beratung, betonte Dr. Margaret Ayerakwa-Frimpong, stellvertretende Direktorin der Cocoa Health and Extension Division (CHED) von COCOBOD. Weiterhin bekräftigte sie, dass Kakaobäuerinnen und –bauern regelmäßig über Kinderrechte und Kinderschutz informiert werden und rief die Community Extension Agents dazu auf, Verdachtsfälle von Kinderarbeit frühzeitig den Sozialbehörden zu melden, damit betroffene Kinder schnell unterstützt werden können. 

Zusätzlich machte die Veranstaltung auf das Cocoa Sector Child Labour Monitoring System (CS-CLMS) aufmerksam. Das System hilft dabei, Kinderarbeit frühzeitig zu erkennen, geeignete Maßnahmen einzuleiten und Kinder beim Schulbesuch zu unterstützen. 

Während der Haupterntezeit bleiben viele Kinder dem Unterricht fern, so Abraham Donkor vom Ghana Education Service. Umso wichtiger sei es, Gemeinden stärker für das Thema Kinderarbeit zu sensibilisieren und Schülerinnen und Schüler frühzeitig über ihre Rechte und die Bedeutung von Bildung aufzuklären. 

Auf spielerische Weise brachte ein Quiz zwischen drei Grundschulen die Themen Kinderrechte und Bildung auf die Agenda. Den Wettbewerb gewann die Akonfudi A Primary School. Alle teilnehmenden Kinder erhielten Schulmaterialien wie Hefte, Mathematiksets und Stifte als Anerkennung für ihre rege Beteiligung.  

Die Bildung und Schutz von Kindern sind zentrale Bausteine einer nachhaltigen Kakaoproduktion. Sie verbessern die Zukunftschancen von Kindern, stärken Familien und tragen dazu bei, die Lebensgrundlagen in den Kakaoanbaugebieten langfristig zu sichern. 

Die Veranstaltung ist Teil der Zusammenarbeit zwischen dem Sustainable Cocoa Programme der GIZ und COCOBOD. Gemeinsam unterstützen sie verantwortungsvolle Kakaoproduktion durch Aufklärung, Fortbildungen und Maßnahmen zum Schutz von Kindern und zur Verbesserung der Lebensbedingungen von Familien. 

Zum Abschluss riefen die Teilnehmenden dazu auf, die Zusammenarbeit zwischen staatlichen Einrichtungen, Gemeinden, Schulen, Bäuerinnen und Bauern, der Privatwirtschaft und Entwicklungspartnern weiter auszubauen. 

Richard Biney, Berater des Sustainable Cocoa Programme der GIZ, bekräftigte das Engagement der GIZ, COCOBOD und weitere Partner bei der Bekämpfung von Kinderarbeit entlang der gesamten ghanaischen Kakaolieferkette zu unterstützen. Durch gemeinsame Maßnahmen, Aufklärung und gemeindebasierte Initiativen sollen Kinder besser geschützt und ihre Bildungschancen verbessert werden. Den anwesenden Schülerinnen und Schülern gab er mit auf den Weg, ihre Rechte zu kennen und wahrzunehmen, zugleich aber auch Verantwortung in Familie, Schule und Gemeinde zu übernehmen. 

Die Botschaft des Tages ist eindeutig: Kinder gehören in die Schule und nicht auf die Kakoplantage. Nur gemeinsam lässt sich eine Zukunft schaffen, in der Kinder geschützt aufwachsen und der Kakaosektor nachhaltig und verantwortungsvoll wirtschaftet.