Nachhaltigkeit gestalten: Erkenntnisse und Herausforderungen des Projekts in Wert setzen
Im Rahmen des Projekts „Existenzsichernde Löhne im Bananensektor in Costa Rica“ fanden am 12. und 13. März in Guápiles, Limón, Costa Rica, partizipative Workshops mit zentralen Akteuren statt. Diese markierten einen wichtigen Meilenstein in der Abschlussphase der Initiative, die in Zusammenarbeit mit der deutschen Einzelhandelsarbeitsgruppe zu existenzsichernden Löhnen umgesetzt wird.
Um Raum für Dialog, Reflexion und gemeinsames Arbeiten zu schaffen, setzte die GIZ Costa Rica im Rahmen der Arbeitsgruppe auch in diesem Jahr einen Workshop um. Ziel war es, erzielte Fortschritte zu bewerten, zentrale Erkenntnisse herauszuarbeiten und Strategien für die nachhaltige Sicherung der Projektergebnisse zu entwickeln.
Am 12. März nahmen Vertreterinnen und Vertreter von Gewerkschaften des Bananensektors teil, gemeinsam mit dem Ministerium für Arbeit und soziale Sicherheit (MTSS) sowie der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO). Am Tag darauf waren Vertreterinnen und Vertreter privater Unternehmen, von CORBANA, des MTSS sowie der ILO eingeladen, den „Output“ des Projekts zu reflektieren.
Die Teilnehmenden wurden dazu eingeladen, mit der Hilfe LEGO-Steinen zu diskutieren, welche positiven Ergebnisse das Projekt in Costa Rica hervorgebracht hat, aber auch, was noch fehlt, um den Weg zu Living Wages erfolgreich fortzusetzen. Sie waren dazu angehalten, das Projekt als ein Gebilde ihrer Wahl darzustellen. Brücken waren beliebt, um zu zeigen, dass das Fundament bereits stark ist, aber teilweise noch das letzte verbindende Glied fehlt.


Erkenntnisse
Auf Grundlage der durchgeführten Übungen wurden mehrere Schlüsselfaktoren identifiziert, die für die Weiterentwicklung und Verstetigung der Agenda zu existenzsichernden Löhnen im Bananensektor entscheidend sind:
- Engagement und Beteiligung der Stakeholder: Die aktive Beteiligung und das klare Engagement aller Akteure wurde als entscheidender Faktor definiert.
- Multi-Stakeholder-Dialog: Ein funktionierender und kontinuierlicher Dialog zwischen den ist laut der Teilnehmenden unerlässlich, um Zusammenarbeit, Transparenz und gemeinsame Problemlösungen zu fördern. Gleichzeitig wurde die Notwendigkeit unterstrichen, klare Formate zur Sicherstellung der Kontinuität dieser Prozesse zu definieren.
- Marktbedingungen und Nachhaltigkeit: Eine der zentralen Herausforderungen betrifft die langfristige Tragfähigkeit lohnbezogener Maßnahmen, insbesondere vor dem Hintergrund wirtschaftlicher Rahmenbedingungen. Der Bananenmarkt – geprägt durch Angebots- und Nachfragedynamiken, Wechselkursschwankungen und Einkommensvariabilität – begrenzt die Möglichkeiten, Lohnsteigerungen dauerhaft zu sichern.
- Evidenzbasierter technischer Ansatz: Die Stakeholder betonten die Bedeutung, Methoden und Instrumente auf offiziellen nationalen Daten und zugänglichen Quellen aufzubauen, um Transparenz bei der Bestimmung von Mindest- und existenzsichernden Löhnen zu gewährleisten. In diesem Zusammenhang wurde insbesondere der Bedarf hervorgehoben, Lohn-Benchmarks zu entwickeln, die an den nationalen Kontext angepasst sind.
Insgesamt machten die Diskussionen deutlich, dass trotz erzielter Fortschritte weiterhin erhebliche Herausforderungen bei der Umsetzung der Agenda zu existenzsichernden Löhnen bestehen. Dies unterstreicht die Notwendigkeit fortgesetzter Zusammenarbeit, geteilter Verantwortung und eines langfristigen Engagements aller beteiligten Akteure.
