Gemeinsam gegen Kinderarbeit: Das Sustainable Cocoa Program beteiligt sich an globalem Dialog in Marrakesch
Das Sustainable Cocoa Program nahm an der 6. Globalen Konferenz zur Abschaffung von Kinderarbeit in Marrakesch, Marokko teil und stellte Ansätze zur Bekämpfung von Kinderarbeit im Kakaosektor vor. Die Konferenz setzte mit dem Marrakesch-Rahmenplan neue Impulse für den globalen Kampf gegen Kinderarbeit bis 2030.
Im Februar war das Sustainable Cocoa Program (SCP) auf der 6. Globalen Konferenz zur Abschaffung von Kinderarbeit in Marrakesch, Marokko, vertreten. Das Sustainable Cocoa Program wurde durch Richard Biney, dem Kinderarbeits-Experten des Programms, Simon Crown, stellvertretender Direktor des Ghana Cocoa Board, sowie Akosua Daah Agyente, stellvertretende Managerin des Ghana Cocoa Board repräsentiert. Die Konferenz fand vom 11. bis 13. Februar 2026 statt und brachte Regierungen, internationale Organisationen, Arbeitnehmer- und Arbeitgeberverbände, Zivilgesellschaft sowie Jugendvertreter zusammen. Ziel war es die globalen Bemühungen zur Beendigung von Kinderarbeit in allen ihren Formen zu bekräftigen. Die Konferenz bot dabei eine wichtige Plattform die Fortschritte in Richtung des Nachhaltigkeitsziels 8.7 zu überprüfen und einen erneuerten globalen Aktionsplan zur Beschleunigung der Maßnahmen über 2025 hinaus zu verabschieden.
GIZ-Engagement und Beiträge
Bei Nebenveranstaltungen hatte das Team aus Ghana die Möglichkeit, seine Arbeit am Kakao-Sektor-Kinderarbeits-Überwachungssystem (CLMS) sowie zu Ansätzen der gemeinschaftsbasierten Risikoabschätzung und -bewertung vorzustellen. Diese Präsentationen verdeutlichten die Bedeutung datengestützter Überwachung und gemeinschaftsorientierter Risikobewertungsinstrumente bei der Prävention, Identifizierung und Bekämpfung von Kinderarbeit in der Kakao-Lieferkette.
Zentrale Beschlüsse und Resolutionen der Konferenz
1.Verabschiedung des Globalen Rahmenplans von Marrakesch zur Bekämpfung von Kinderarbeit
Die Teilnehmenden verabschiedeten einstimmig den Globalen Rahmenplan von Marrakesch und bekräftigten damit die gemeinsamen Verpflichtungen zu folgenden Punkten:
Stärkung der Umsetzung internationaler Arbeitsnormen, insbesondere ILO-Übereinkommen Nr. 138 und ILO-Übereinkommen Nr. 182.
Ausbau des universellen Zugangs zu qualitativ hochwertiger Bildung als zentrale Präventionsstrategie.
Stärkung sozialer Schutzsysteme, um den wirtschaftlichen Druck zu verringern, der Kinderarbeit begünstigt.
Förderung menschenwürdiger Arbeit für Erwachsene und Jugendliche.
Verbesserung von Datensystemen, Rechenschaftspflicht und sektorübergreifender Koordination auf globaler, nationaler und kommunaler Ebene.
Bewältigung neu entstehender Herausforderungen, darunter Kinderarbeit in informellen und ländlichen Sektoren.
2. Erneuerung von Zusagen und Partnerschaften
Regierungen, Sozialpartner, Entwicklungsakteure und der Privatsektor gaben neue gemeinsame Zusagen ab, um evidenzbasierte Maßnahmen auszuweiten, Überwachungs- und Abhilfesysteme zu stärken sowie eine bedeutungsvolle Einbindung von Kindern und Gemeinschaften in Programmgestaltung und -bewertung sicherzustellen.
3. Rechenschaftspflicht und Monitoring
Eine zentrale Resolution forderte stärkere nationale und regionale Überwachungsmechanismen, interoperable Datenplattformen sowie regelmäßige öffentliche Berichterstattung über Fortschritte bei der Bekämpfung von Kinderarbeit.
Ausblick
Die 6. Globale Konferenz zur Abschaffung von Kinderarbeit markierte einen strategischen Wendepunkt in den globalen Bemühungen. Wenngleich anerkannt wurde, dass das Ziel für 2025 nicht erreicht wurde, zeigte die Konferenz durch die Verabschiedung des Rahmenplans von Marrakesch erneuerten politischen Willen. Der Schwerpunkt hat sich von Verpflichtungen hin zu Umsetzung, Rechenschaftspflicht, Finanzierung und messbarer Wirkung verlagert, insbesondere in Hochrisikosektoren wie der Landwirtschaft. Eine nachhaltige Zusammenarbeit zwischen Regierungen, Arbeitgebern, Arbeitnehmern, internationalen Organisationen und Akteuren der Lieferkette wird entscheidend sein, um bis 2030 messbare Fortschritte bei der Reduzierung von Kinderarbeit zu erzielen. Die nächste Globale Konferenz zur Kinderarbeit findet dann in diesem Jahr statt.
Über das Sustainable Cocoa Program
Das Sustainable Cocoa Program ist eine gemeinsame Initiative der Europäischen Union und des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), die von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH, dem FAO Investment Center, dem European Forest Institute und dem Joint Research Center der Europäischen Kommission gemeinsam umgesetzt wird.
