27. März 2026

Förderliche Rahmenbedingungen für EU-Sorgfaltspflichten: FIT for FAIR bringt Akteure in Thailand zusammen

Wo steht Thailand bei der Schaffung förderlicher Rahmenbedingungen für relevante Akteure zur Erfüllung europäischer Sorgfaltspflichten – und wo bestehen noch Lücken? Mit dieser Fragestellung kamen Vertreter*innen aus Regierung, Privatwirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft im Rahmen von FIT for FAIR in Bangkok zusammen. Im Fokus standen Rückverfolgbarkeit, Entwaldung und Menschenrechte im Kautschuk-, Holz- und Palmölsektor sowie die gemeinsame Analyse von Status quo und Handlungsbedarfen.

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FIT for FAIR – ein Flagship der Team Europe Initiative für entwaldungsfreie Wertschöpfungsketten – hat im Februar und März 2026 seine Unterstützung für zentrale Akteure in Thailands Kautschuk-, Holz- und Palmölsektor erfolgreich fortgesetzt. In drei Arbeitsgruppentreffen am 19. und 20. Februar sowie am 17. März kamen rund 80 Vertreter*innen aus Regierung, Privatwirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft in Bangkok zusammen. Organisiert wurden die Workshops vom lokalen Umsetzungspartner Thailand Environment Institute (TEI).

Ziel war, das Wissen über die europäischen Sorgfaltspflichtregulierungen EUDR und CSDDD zu vertiefen, Herausforderungen gemeinsam zu analysieren und konkrete Lösungsansätze zu entwickeln – als Grundlage für spätere Politikempfehlungen.

Die ersten beiden Treffen konzentrierten sich auf Rückverfolgbarkeit (Traceability) und Entwaldung. Die Expert*innen Dr. Theeraya Mayakul und Sopon Naruchaikusol stellten dabei die rechtlichen Anforderungen und die bisherigen Ergebnisse der Status quo-Analyse vor.

Schnell wurde klar: Ohne standardisierte und zugängliche Datensysteme sowie eine bessere Abstimmung zwischen zivilgesellschaftlichen, landwirtschaftlichen, privatwirtschaftlichen und staatlichen Akteuren wird es schwierig, förderliche Rahmenbedingungen zu schaffen. Gleichzeitig betonten die Teilnehmenden, dass Kleinbäuer*innen gezielt unterstützt werden müssen, um ihre Marktzugänge zu sichern und nachhaltige Produktionsanforderungen zu erfüllen.

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Das Arbeitsgruppentreffen am 17. März rückte menschenrechtliche Sorgfaltspflichten in den Mittelpunkt. Unter der Leitung der Expertin Dr. Chomkate Ngamkaiwan setzen sich die Teilnehmenden mit zentralen menschenrechtlichen Themen auseinander, darunter Kinder- und Zwangsarbeit, die Stellung von Frauen, faire Löhne und Einkommen sowie die Rechte ausländischer Saisonarbeitskräfte.

Im Austausch zwischen den verschiedenen Akteursgruppen wurden praxisnahe Ansätze entwickelt, wie die Anforderungen entlang der Wertschöpfungsketten besser umgesetzt werden können.

Eine zentrale Erkenntnis aus den Diskussionen: Die rechtliche Verantwortung für EUDR und CSDDD liegt bei den Unternehmen, die relevante Produkte auf den europäischen Markt bringen oder die in den Anwendungsbereich der jeweiligen Gesetzgebung fallen – ihre wirksame Umsetzung gelingt jedoch nur gemeinsam mit Produzentenländern wie Thailand. Diese schaffen die Grundlage für nachhaltige und transparente Wertschöpfungsketten und entwickeln die notwendigen förderlichen Rahmenbedingungen.

Für nationale Akteure bedeutet das auch eine Chance: Wer sich aktiv einbringt, kann nicht nur zur Operationalisierung beitragen, sondern zugleich Wettbewerbsfähigkeit stärken und Marktzugänge sichern.

Die Ergebnisse der Arbeitsgruppentreffen werden im April in einem Policy Lab weiter systematisiert und anschließend im Rahmen öffentlicher Konsultationen geschärft und validiert. Ziel ist es, konkrete Politikempfehlungen zu entwickeln, die Ende Mai politischen Entscheidungsträgern vorgestellt werden.