Sustainable Harvest Ginger & Hibiscus

Im Sinne des SASI-Ansatzes, globale Initiativen mit nationalen und regionalen Portfolios zu verknüpfen, wurde die integrierte Entwicklungspartnerschaft mit dem Privatsektor (iDPP) „Sustainable Harvest Ginger & Hibiscus (SUHA)“ in Zusammenarbeit mit dem Transformation of Agri-Food Systems (TAFS)-Cluster in Nigeria konzipiert und gestartet. Unter Einbindung der führenden Unternehmen der Lieferkette – Martin Bauer, Ostfriesische Tee Gesellschaft (OTG) und B&R Spices Ltd. – zielt SUHA darauf ab, eine nachhaltige und transparente Lieferkette für Ingwer und Hibiskus aus Nordnigeria aufzubauen, die den Anforderungen des deutschen Lieferkettengesetzes sowie der europäischen Richtlinie zur unternehmerischen Sorgfaltspflicht (CSDDD) entspricht. Dabei werden insbesondere kleinbäuerliche Familien dabei unterstützt, ihre Anbaumethoden produktiver und widerstandsfähiger gegenüber wirtschaftlichen Schocks zu gestalten. Gleichzeitig werden soziale Verantwortung und Nachhaltigkeit in der Lieferkette gestärkt, unter anderem durch Maßnahmen zur Bekämpfung von Kinderarbeit.

Projekt auf einen Blick

Rohstoff: Gewürze
Land: Nigeria
Projektziel: Ziel der Initiative ist es, eine nachhaltige und transparente Lieferkette für Ingwer und Hibiskus aus Nordnigeria aufzubauen, die den Anforderungen des deutschen Lieferkettengesetzes sowie der europäischen Richtlinie zur unternehmerischen Sorgfaltspflicht im Bereich Nachhaltigkeit (CSDDD) entspricht.
Projektdauer: 11/2025-10/2028
  • Aufbau nachhaltiger und transparenter Lieferketten für Ingwer und Hibiskus in Nordnigeria, die den Anforderungen des deutschen Lieferkettengesetzes sowie der EU-Richtlinie zur unternehmerischen Sorgfaltspflicht im Bereich Nachhaltigkeit (CSDDD) entsprechen.
  • Verbesserung einer nachhaltigen Produktion, Stärkung der wirtschaftlichen Resilienz von Landwirt:innen sowie der Situation vulnerabler Gruppen, insbesondere von Frauen und Kindern im Ingwer- und Hibiskussektor in Nordnigeria.

Das Projekt wird über eine Multi-Stakeholder-Partnerschaft zwischen Martin Bauer, Ostfriesische Tee Gesellschaft (OTG), B&R Spices Ltd. und der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) umgesetzt und deckt die gesamte Lieferkette von Ingwer und Hibiskus ab – von kleinbäuerlichen Betrieben in Nordnigeria bis zum Teegroßhandel in Deutschland.

Zu Beginn erhalten die Landwirt:innen praxisnahe, stark nachgefragte Schulungen zu Good Agricultural Practices (GAP) für den Anbau von Ingwer und Hibiskus. Parallel werden zwei zentrale Studien gestartet: eine zu agronomischen Best Practices sowie eine zu Anforderungen der Human Rights Due Diligence (HRDD). Diese werden gemeinsam mit lokalen Forschungseinrichtungen und Akteuren durchgeführt und schaffen die Grundlage für gezielte Maßnahmen.

Ein besonderer Fokus liegt auf der Verbesserung der Produktqualität, der Steigerung der Erträge, der Stärkung der wirtschaftlichen Resilienz der Landwirt:innen sowie der Entwicklung von Strategien zur Vermeidung von Kinderarbeit, insbesondere in der Hibiskus-Wertschöpfungskette.

Die Umsetzung der Studien stärkt zudem lokale Forschungs- und Entwicklungskapazitäten und bildet die Basis für zukünftige Maßnahmen zur Förderung ökologischer, sozialer und wirtschaftlicher Nachhaltigkeit in den Lieferketten.

Die agronomische Studie analysiert die Krankheitskrise im Ingweranbau 2023, untersucht Ursachen und entwickelt nachhaltige Lösungsansätze für Boden- und Krankheitsmanagement, einschließlich gesunder Rhizome, Fruchtfolgen und alternativer Methoden wie Biostimulanzien. Ebenso werden Hibiskus-Anbausysteme analysiert, um maßgeschneiderte GAP-Schulungen und Interventionen zu entwickeln.

Die HRDD-Studie führt eine umfassende Risikoanalyse in den Lieferketten durch, identifiziert Ursachen von Kinderarbeit und entwickelt einen Maßnahmenplan zu deren Bekämpfung, insbesondere im Hibiskussektor. Zudem wird die Einhaltung des deutschen Lieferkettengesetzes sowie der EU-Richtlinie zur unternehmerischen Sorgfaltspflicht (CSDDD) geprüft.

Die Projektaktivitäten finden in Kaduna State (Ingwer) und Kano State (Hibiskus) statt – Regionen mit Sicherheitsherausforderungen, Armut und kultureller Vielfalt. Die Umsetzung erfolgt konflikt- und gendersensibel unter Berücksichtigung sozialer und religiöser Normen, insbesondere im Hinblick auf die Beteiligung von Frauen.
 

Das Projekt unterstützt direkt rund 360 Farmerfamilien, einschließlich ca. 2.000 Kindern.

Das Projekt ist in seinem Ansatz einzigartig. Im Rahmen der Kooperationsvereinbarung „SUHA“ planen, finanzieren und implementieren die SASI und private Partner gemeinsam Maßnahmen zur Förderung nachhaltiger und langfristiger Lösungen in den Ingwer- und Hibiskus-Wertschöpfungsketten.

Die beteiligten Unternehmen treiben insbesondere den Einsatz innovativer Technologien in Ingwerbaumschulen, die Förderung von Mechanisierung sowie Sensibilisierungsmaßnahmen zum Thema Kinderarbeit voran. Die GIZ führt parallel zwei vertiefende Studien zur menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht sowie zur Agronomie von Ingwer und Hibiskus durch.

In Nigeria erfolgt die Umsetzung über das bilaterale GIZ-Programm Transformative Agricultural Systems for Rural Economic Development (TARED), das darauf abzielt, die landwirtschaftliche Produktion zu steigern, Arbeitsplätze zu schaffen und Einkommen im ländlichen Raum zu erhöhen. Damit wird die Ernährungssicherheit und Resilienz entlang der Wertschöpfungsketten für Milch, Kakao, Tomaten und Ingwer gestärkt. Im Rahmen von TARED unterstützt das EU-kofinanzierte Projekt EU-VACE kleinbäuerliche Betriebe sowie kleine und mittlere Unternehmen (KMU) dabei, ihre Produktivität zu verbessern, Innovationen einzuführen und die Wertschöpfung zu erhöhen.

In der Ingwer-Wertschöpfungskette stärkt TARED/EU-VACE insbesondere die Kapazitäten der Landwirt:innen durch strukturierte Trainingsprogramme zu Good Agricultural Practices, Qualitätsverbesserungen sowie die Förderung von Clustering in der Produktion.

  • Martin Bauer GmbH & Co. KG ist ein weltweit führendes Unternehmen für pflanzliche Rohstoffe, Kräutertees und pflanzliche Extrakte. Mit einem starken Fokus auf Qualität, Nachhaltigkeit und Innovation ist das Unternehmen auf die Beschaffung, Verarbeitung und den Vertrieb von hochwertigen Kräutern, Tees und natürlichen Extrakten für die Lebensmittel-, Getränke-, Pharma- und Nahrungsergänzungsmittelindustrie spezialisiert. Dazu zählen auch zentrale Botanicals wie Ingwer und Hibiskus aus Nigeria.
  • Ostfriesische Tee Gesellschaft (OTG) zählt zu den größten Lieferanten für Teebeutelprodukte im deutschen Lebensmitteleinzelhandel. Als wichtiger Kunde von Martin Bauer ist OTG eng mit dessen Beschaffungsstrukturen verbunden. Ingwer und Hibiskus gehören zu den wichtigsten Rohstoffen für Kräuter- und Früchtetees, deren Qualität und Verfügbarkeit eine hohe Priorität in der Beschaffung darstellen.
  • B&R Spices Ltd. wurde 2021 in Hongkong gegründet. Das Unternehmen konzentriert sich auf den Handel und die Distribution von Kräutern und Gewürzen aus Nigeria nach Europa, insbesondere für die Kräuterteeindustrie.
Die Zusammenarbeit mit der GIZ ist entscheidend, um nachhaltiges Wirtschaften mit entwicklungspolitischer Wirkung zu verbinden. Gemeinsam fördern wir die lokale wirtschaftliche Entwicklung und schaffen soziale sowie ökologische Mehrwerte, die für Landwirt:innen und ihre Gemeinschaften von Bedeutung sind.

Martin Bauer

Eine enge Abstimmung zwischen dem SUHA-Projekt und den Aktivitäten der Ingwer-Wertschöpfungskette im Rahmen von EU-VACE TARED wird sichergestellt. Diese Schnittstellen bieten die Möglichkeit, Synergien zu nutzen und die Gesamteffizienz der Maßnahmen durch koordinierte Ansätze zu erhöhen. EU-VACE TARED führt bereits Krankheitsmonitoring und Laboranalysen durch, die in die Produktionsleitlinien sowie das Krankheitsmanagement im Ingweranbau einfließen. Die Forschungsaktivitäten von SUHA ergänzen weitere Elemente des Produktionshandbuchs. Darüber hinaus richtet EU-VACE TARED eine Multi-Stakeholder-Plattform zur besseren Koordination der Ingwer-Wertschöpfungskette ein.

Das Projekt wird in abgelegenen Regionen Nigerias umgesetzt, was die Durchführung aufgrund eingeschränkter Infrastruktur naturgemäß anspruchsvoller macht; auch Sicherheitsfragen können lokal und punktuell eine Herausforderung darstellen. Gleichzeitig leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Ingwer- und Hibiskusproduktion und nutzt bestehende Potenziale zur Steigerung von Produktivität und Qualität sowie zur Stärkung der Exportwettbewerbsfähigkeit.

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