Verringerung von Nachernteverlusten und Nutzung von Agrarreststoffen
Das Projekt unterstützt Landwirtinnen und Landwirte dabei, Nachernteverluste zu reduzieren und ihr Einkommen in zwei zentralen Wertschöpfungsketten nachhaltig zu steigern.
Projekt auf einen Blick


Projektumsetzung
In Ghana und Kenia konzentriert sich das Projekt auf die Getreide-Wertschöpfungskette. Die entwickelten Maßnahmen sind jedoch nicht auf Getreide beschränkt, sondern auch auf Hülsenfrüchte sowie weitere Commodities anwendbar, die in Säcken gelagert werden. Ziel ist es, durch verbessertes Nachernte-Management sowohl die Einkommen der Landwirtinnen und Landwirte als auch die Gesundheit der lokalen Gemeinschaften zu stärken. In Zusammenarbeit mit dem privaten Partner Saving Grains 301 GmbH wurden hermetische Lagerlösungen, moderne Feuchtigkeitsmesstechnologien und ein innovativer Getreidetrockner eingeführt. Darüber hinaus bietet Saving Grains ein neuartiges Geschäftsmodell an: Getreide wird nach der Ernte angekauft, sicher gelagert und zu einem späteren Zeitpunkt zu höheren Marktpreisen verkauft. Ein digitales Tracking-Tool sorgt für Transparenz, die erzielten Gewinne werden fair mit den Landwirtinnen und Landwirte geteilt.
In Nigeria arbeitet das Projekt mit den Partnerorganisationen Agridrive Ltd. und der African Agricultural Technology Foundation (AATF) entlang der Maniok-Wertschöpfungskette. Im Mittelpunkt steht die Einführung einer innovativen Verarbeitungstechnologie, die das manuelle Schälen ersetzt und den Anteil der anfallenden Abfallstoffe auf unter ein Prozent reduziert. Durch die ganzheitliche Verarbeitung entstehen zwei vermarktbare Produkte: ein hochwertiges Maniokmehl für den menschlichen Verzehr sowie ein Mehl mit höherem Schalenanteil, das als Tierfutter genutzt werden kann. Ergänzend werden Landwirtinnen und Landwirte in guten landwirtschaftlichen Praktiken (GAP), Mechanisierung und Nacherntemanagement geschult. Gleichzeitig erwerben lokale Kleinst- und Kleinunternehmerinnen und -unternehmer das Know-how zur Weiterverarbeitung von Maniokmehl und zur erfolgreichen unternehmerischen Tätigkeit entlang der Wertschöpfungskette. So entstehen hochwertige Produkte, höhere Einkommen und ein widerstandsfähigeres lokales Ernährungssystem.

,,Wir haben früher Getreide in Jutesäcken aufbewahrt und dabei bis zur nächsten Saison nahezu die Hälfte verloren. Jetzt sieht unser Mais nach Monaten noch frisch aus.“
Hawa Danaa, Leiterin der Baaladau Women’s Group in der Upper-West-Region, Ghana
Projektpartner
Getreide-Wertschöpfungskette
Saving Grains 301 GmbH ist ein deutsches Social Enterprise, das mit Kleinbäuerinnen und -bauern in Ghana und Kenia zusammenarbeitet, um Nachernteverluste zu reduzieren, den Zugang zu Finanzierung zu verbessern und die Verbindung zu lokalen und globalen Märkten zu ermöglichen. Das Unternehmen bietet innovative Lagerlösungen, digitale Tracking-Tools und Beratungsleistungen an, um Landwirt*innen zu unterstützen, ihre Ernten optimal zu lagern und zu verkaufen, Einkommen zu steigern und widerstandsfähige landwirtschaftliche Wertschöpfungsketten zu stärken.
Maniok-Wertschöpfungskette:
Die African Agricultural Technology Foundation (AATF) wurde 2003 gegründet und ist eine afrikanisch geführte, gemeinnützige Organisation, die Kleinbäuerinnen und -bauern in Subsahara-Afrika den Zugang zu landwirtschaftlichen Technologien erleichtert und deren Nutzung fördert. Ziel der AATF ist es, die landwirtschaftliche Produktivität zu steigern und durch innovative landwirtschaftliche Lösungen zu einem wohlhabenden, widerstandsfähigen und ernährungssicheren Afrika beizutragen.
Die ClAYUCA Corporation mit Sitz in Kolumbien ist eine gemeinnützige Organisation, die technologische Innovationen sowie die agroindustrielle Entwicklung von Maniok und anderen tropischen Wurzeln und Knollen fördert. Sie unterstützt dies durch modernen Technologietransfer und den Aufbau von Kapazitäten in tropischen Regionen.
Agridrive Ltd. ist ein Agritech-Unternehmen, das in Nigeria und Kenia tätig ist und Landwirt*innen den Zugang zu moderner Mechanisierung, digitalen Landwirtschaftstechnologien und Dienstleistungen entlang der Wertschöpfungskette erleichtert. Seine Mission ist es, Agrarwirtschaftsmöglichkeiten in ganz Subsahara-Afrika zu erschließen, indem es ein breites Spektrum an Lösungen anbietet – von Betriebsmitteln und Mechanisierung über Beratungsleistungen bis hin zu Verarbeitung und Marktvernetzung.
Was wurde bisher erreicht?
Bisher haben rund 24.500 Landwirtinnen und Landwirte, mehr als die Hälfte davon Frauen, Schulungen in guten landwirtschaftlichen Praktiken, Mechanisierung, Nachernte-Management und Verarbeitung erhalten. Diese Schulungen haben dazu beigetragen, die Nachernteverluste in der Getreidewertschöpfungskette in Ghana und Kenia um 17,5 % zu reduzieren.
Darüber hinaus haben über 1.900 Kleinbäuerinnen und Kleinbauern Gewinnbeteiligungen erhalten, was ihr Einkommen erhöht hat. Innovative Technologien wurden ebenfalls eingeführt: Die erste Maniok-Verarbeitungsmaschine läuft nun in Nigeria und hat rund 50 Tonnen Maniok zu HQCF verarbeitet, das erfolgreich vermarktet wurde; ein Biomassetrockner wurde in Kenia installiert; und die kostengünstige Low-Tech-Technologie DryCard™ zur Messung der Getreidefeuchtigkeit wurde getestet und für den Einsatz bei Reis kalibriert.

,,Vor dem Training haben wir Maniok nur für den eigenen Haushalt verarbeitet. Jetzt rufen uns lokale Hotels an, damit wir geruchsfreies Fufu liefern – wegen der Qualität.“
Adewale Kemi und Olaniyi Rebecah, Maniok Farmerinnen in Oyo State, Nigeria
Ausblick
In der nächsten Projektphase werden die Schulungsmaßnahmen in Nigeria ausgeweitet, um das Ziel von insgesamt 6.000 geschulten Landwirtinnen und Landwirten zu erreichen, die Mechanisierungsdienstleistungen in Anspruch nehmen. Außerdem sollen zwei weitere Maniok-Verarbeitungsmaschinen in Kooperativen installiert und verschiedene Geschäftsmodelle pilotiert werden. In Ghana und in Kenia ist geplant, weitere Farmerinnen und Farmer für eine Registrierung in der Saving Grains App zu mobilisieren, damit sie von den Gewinnbeteiligungen profitieren können.
