EU Sustainable Cocoa Initiative (SCI)

Die Côte d’lvoire und Ghana sind die weltweit größten Kakaoexporteure. Zusammen mit Kamerun machen ihre Exporte insgesamt 63 % der weltweiten Exporte aus. Die Europäische Union (EU) ist der weltweit größte Kakaoimporteur und nimmt fast 60 % der weltweiten Importe auf. Die Côte d’lvoire, Ghana und Kamerun sind wichtige Lieferanten von Kakao für den EU-Markt. Die SCI unterstützt Erzeugerländer, Vertreter der Industrie, Kakao-Kleinbauern und europäische Verbraucher dabei, die Steigerung der Einkommen der Kakaobauern mit einem klaren Bekenntnis zur Eindämmung der Entwaldung und zur Beseitigung von Kinderarbeit zu verknüpfen. Die SCI wird vom FAO-Investmentzentrum, der Gemeinsamen Forschungsstelle, dem Europäischen Forstinstitut und der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) umgesetzt.

Projekt auf einen Blick

Rohstoff: Kakao
Land: Côte d'Ivoire, Ghana, Kamerun
Projektziel: Förderung von nachhaltiger Kakaoproduktion, die den Kleinbauern (Frauen und Männern) ein existenzsicherndes Einkommen sichert, zu den staatlichen Einnahmen beiträgt und der Entwaldung sowie Verstößen gegen Arbeitsrechte – einschließlich Kinderarbeit und geschlechtsspezifischer Ungleichheit – in der Côte d'Ivoire, Ghana und Kamerun ein Ende setzt.
Projektdauer: 11/2021 to 12/2027

Um eine nachhaltige Kakaoproduktion zu erreichen, arbeitet die SCI sowohl mit dem privaten als auch mit dem öffentlichen Sektor zusammen:

  • Gemeinsam mit dem öffentlichen Sektor stärkt oder reformiert sie die institutionellen, rechtlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen für eine nachhaltige Kakaoproduktion.
  • Gemeinsam mit dem privaten Sektor unterstützt sie diesen – einschließlich der Bauern und Bauerngenossenschaften – dabei, ihre landwirtschaftlichen Praktiken zu verbessern, Standards für ökologische und soziale Nachhaltigkeit einzuhalten und verantwortungsbewusste Geschäftspraktiken anzuwenden.

Côte d'Ivoire:

In Côte d'Ivoire trägt ´die SASI dazu bei, die durch den Kakaoanbau verursachte Entwaldung zu verringern, und unterstützt gemeinsam mit dem Conseil du Café-Cacao (CCC) die Umsetzung des African Standard for Sustainable Cocoa (ARS1000). Im Rahmen des SCI unterstützt SASI Kakaobauern dabei, ein angemessenes Einkommen zu erzielen, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf der Stärkung der Rolle der Frau liegt.

Ghana:

In Ghana erhöht die  SASI die Transparenz in der ghanaischen Kakao-Lieferkette durch die Einführung des Ghana Cocoa Traceability System in Zusammenarbeit mit dem Cocoa Board (COCOBOD) in Ghana. Gemeinsam mit dem COCOBOD entwickelt sie skalierbare einkommensschaffende Aktivitäten, um die Einkommenssicherheit der Kakao-Genossenschaften zu stärken.

Kamerun:

In Kamerun unterstützt die SASI das Office Nationale du Cacao et Café (ONCC) in seiner Rolle als Regulierungsbehörde des Sektors sowie bei der Vorbereitung und Umsetzung einer nationalen Datenbank für nachhaltigen Kakao. Gemeinsam mit lokalen Partnern unterstützt SASI die Waldüberwachung und die Georeferenzierung von Produzenten und Kakaoparzellen.

Projektpartner sind die Kakaobehörden in den drei Durchführungsländern:

  • Conseil du Café-Cacao (CCC) in der Côte d'Ivoire
  • Cocoa Board (COCOBOD) in Ghana
  • Office Nationale du Cacao et Café (ONCC) in Kamerun

Côte d’Ivoire:

  • Beitrag zur Verringerung der durch den Kakaoanbau bedingten Entwaldung und zum Schutz des Waldreservats Bossematié sowie des Naturschutzgebiets Mabi-Yaya durch einen landschaftsbezogenen Ansatz.
  • Pilotierung der Umsetzung des ARS-1000-Programms gemeinsam mit dem Conseil du Café-Cacao (CCC) in einem Distrikt.
  • Unterstützung der Kakaobauern bei der Erzielung eines angemessenen Einkommens durch einen geschlechtertransformativen Ansatz, indem die Kompetenzen von Frauen in der Kakaoverarbeitung und im Bereich Führung gestärkt und ihre Professionalität verbessert werden

Ghana:

  • Einführung des Ghana Cocoa Traceability System in Zusammenarbeit mit dem Cocoa Board (COCOBOD) in Ghana
    Entwicklung einer kommunalen Risikobewertung und eines Systems zur Überwachung von Kinderarbeit im Kakaosektor, das mit dem nationalen ghanaischen System zur Überwachung von Kinderarbeit kompatibel ist.
  • Entwicklung skalierbarer einkommensschaffender Aktivitäten in Zusammenarbeit mit COCOBOD und Kakaokooperativen (z. B. der Heilpflanze Desmodium in Zusammenarbeit mit einem französischen Unternehmen)

Kamerun:

  • Einrichtung einer nationalen Datenbank beim ONCC gemäß den Vorgaben des Referenzhandbuchs für nachhaltigen Kakao und Gewährleistung ihrer Interoperabilität mit anderen bestehenden Datenbanken
  • Unterstützung und Beschleunigung der Arbeit des Branchenverbands für Kakao und Kaffee (CICC) bei der Erfassung von Produzenten und der Georeferenzierung ihrer Kakaoparzellen im ganzen Land.
  • Unterstützung der Zivilgesellschaft bei der unabhängigen Waldüberwachung mit dem „Cocoa Trust Portal“ (CTP)
    Fertigstellung und nationale Verabschiedung der Legalitätsrichtlinien und Empfehlungen zur Sorgfaltspflicht 

Die Umsetzung in der Côte d'Ivoire und in Ghana wird sich auf die Stärkung der nationalen Rückverfolgbarkeitssysteme, den Kapazitätsaufbau bei Genossenschaften und Landwirten im Bereich der nachhaltigen Produktion (Agroforstwirtschaft) sowie auf die Erzielung eines existenzsichernden Einkommens für Kakao-Haushalte, die Unterstützung bei der Umsetzung des Afrikanischen Regionalstandards für Kakao (ARS 1000) und die Institutionalisierung der Überwachung des Risikos von Kinderarbeit konzentrieren.

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