HABITAR

_1100113.JPG Gerhard Langenberger/ GIZ

Fakten

Rohstoff: Naturkautschuk
 

Land: Brasilien, Acre
 

Laufzeit: 10/2024 bis 09/2027
 

Zielgebiet: Aufforstung von 100 Hektar Wald
 

Fördersumme: 906.000 EUR
 

Beitrag Privatsektor: 444.000 EUR

Projektbeschreibung

In den vergangenen fünf Jahren war die Abholzung im brasilianischen Bundesstaat Acre im Amazonasgebiet ein erhebliches Umweltproblem. Die Abholzung spiegelt breitere Trends im brasilianischen Amazonas wider. In den letzten Jahren ist die Entwaldung stark angestiegen und erreichte Rekordverluste. Der Höhepunkt wurde 2021 verzeichnet, als im gesamten brasilianischen Amazonasgebiet 13.235 Quadratkilometer Regenwald gerodet wurden, der höchste Wert seit 2006. Im Bundestaat Acre belief sich die Entwaldung zwischen 2019 und 2023 auf insgesamt etwa 153.865 Hektar. Wirtschaftliche Faktoren wie die Nachfrage nach landwirtschaftlichen Flächen und Holz sind erhebliche Treiber dieser Entwicklung. Auch die Rinderhaltung ist ein wirtschaftlicher Faktor, der die Rodung von Wald erheblich vorantreibt. Der Bundesstaat Acre hat wie viele andere Regionen im Amazonasgebiet große Waldflächen gerodet, um Weideland für Rinder zu schaffen. Brasilien ist ein weltweit führender Exporteur von Rindfleisch, und die wachsende Nachfrage nach Fleisch hat Viehzüchter dazu veranlasst, ihre Betriebe auszuweiten, häufig auf Kosten des Waldes.

Das HABITAR-Projekt ist eine innovative Aufforstungsinitiative, die darauf abzielt, innerhalb von drei Jahren 100 Hektar degradierter Flächen mithilfe von Techniken der unterstützten natürlichen Regeneration (Assisted Natural Regeneration, ANR) wiederherzustellen. Natürliche Regeneration ist der Prozess, bei dem sich ein Ökosystem ohne direkte menschliche Eingriffe selbst erneuert und seine ökologischen Funktionen im Laufe der Zeit zurückgewinnt. Die Zielgruppe des Projekts sind ländliche Produzentinnen und Produzenten, die nach einem familienbasierten Produktionsmodell wirtschaften und hier als „Familien“ bezeichnet werden. Das Projekt arbeitet mit Familien zusammen, die in zwei bundesstaatlich geschützten Gebieten im Bundesstaat Acre in Brasilien leben. Diese 66 waldbasierten Familien erhalten über einen Zeitraum von drei Jahren jährlich Zahlungen für die erbrachten Wiederherstellungsleistungen. So schafft das Projekt einen wirtschaftlichen Anreiz zur Renaturierung ihrer Flächen. Danach wird erwartet, dass die Familien ihr Einkommen durch die Nutzung und Produktion der angepflanzten Arten steigern. Ihre wichtigste Lebensgrundlage sind Waldprodukte wie Kautschuk, Paranüsse und Açaí. 

Im ersten Pflanzzyklus (Januar–März 2025, Regenzeit) wurden rund 8.500 Setzlinge auf 33 Hektar gepflanzt; dafür wurden 8.950 EUR an Familien und Kooperativen ausgezahlt. Der zweite Pflanzzyklus soll das Gesamtziel von 106 Hektar erreichen.

Partner 

  • SOS Amazonia
    SOS Amazônia ist eine Nichtregierungsorganisation, die 1988 im Bundesstaat Acre gegründet wurde und von dem Widerstand der Hüter des Waldes inspiriert ist. Ihr ursprüngliches Hauptziel war es, die Anliegen der Kautschukzapfer zu verteidigen, den Amazonas-Regenwald zu schützen und traditionelle Bevölkerungsgruppen zu unterstützen. Heute entwickelt die Organisation Projekte und schlägt öffentliche Strategien vor, die auf die Verbreitung von Modellen und Praktiken zur Erhaltung der biologischen Vielfalt und zur Förderung einer nachhaltigen Entwicklung ausgerichtet sind. SOS Amazonia ist auch bei der Umsetzung dieser Strategien beteiligt. Diese Initiativen sind Teil des kontinuierlichen Engagements von SOS Amazônia zur Erfüllung ihrer Mission: „Die Förderung des Schutzes der biologischen Vielfalt und des Wachstums des Umweltbewusstseins im Amazonasgebiet.“
  • VEJA Fair Trade
    VEJA ist eine französische Schuhmarke, die 2004 gegründet wurde. Von Anfang an hat VEJA seine Produkte auf besondere Art und Weise hergestellt und dabei soziale Projekte, wirtschaftliche Gerechtigkeit und ökologische Materialien miteinander kombiniert. VEJA nutzt brasilianische und peruanische Bio-Baumwolle für Garngewebe und Schnürsenkel der Schuhe sowie Kautschuk aus dem Amazonasgebiet für die Sohlen. Ansonsten verwendet das Unternehmen verschiedene innovative Materialien, die aus recycelten Plastikflaschen oder recyceltem Polyester hergestellt werden. VEJA respektiert die Prinzipien des fairen Handels und kauft Bio-Baumwolle direkt ein, um sie zu Garngewebe, Schnürsenkeln und Obermaterial für die VEJA-Sneaker zu verarbeiten.